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Franz Bopp

Franz Bopp Franz Bopp wurde am 14. September 1791 in Mainz geboren und besuchte das Gymnasium in Aschaffenburg. Dort weckte sein Lehrer Karl J. Windischmann, mit dem er zeitlebens freundschaftlich verbunden war, Bopps Interesse an orientalischen Studien. 1812 siedelte Franz Bopp nach Paris über, um dort orientalische Sprachen wie Arabisch, Persisch und Sanskrit zu studieren.

Mit seinem bereits 1816 erschienenen Werk „Über das Konjugationssystem der Sanskritsprache in Vergleichung mit jenem der griechischen, lateinischen, persischen und germanischen Sprache“ gelang es Franz Bopp den methodisch fundierten Beweis zu erbringen, dass diese Sprachen verwandt sind. Diese Erkenntnis sollte in den Folgejahren zur Etablierung der vergleichenden indo-europäischen Sprachwissenschaft führen.

Mit finanzieller Unterstützung durch Maximilian I. von Bayern reiste er nach London, um sich intensiv mit verschiedenen Sanskrit-Manuskripten zu beschäftigen. Aus dieser Arbeit resultierte eine Textedition des Nalopakhyaya, einer Episode des Mahabharata, die er zudem ins Lateinische übersetzte. Später sollten noch weitere Übersetzungen und Texteditionen aus dem Mahabharata wie zum Beispiel Damayanti oder Indralokagamanan folgen. In London gab er zudem Wilhelm von Humboldt Sanskrit-Unterricht. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er auf Veranlassung Humboldts zunächst außerplanmäßiger Professor und ab 1825 ordentlicher Professor für orientalische Literatur und Sprachwissenschaft an der Universität zu Berlin. Dort verstarb er auch am 23. Oktober 1867.

Das umfassendste Werk von Franz Bopp, der nie formal an einer Hochschule studiert hatte und 1820 in Göttingen honoris causa promoviert wurde, ist eine „Vergleichende Grammatik des Sanskrit, Zend, Griechischen, Lateinischen, Litthauischen, Gothischen und Deutschen“, die zwischen 1833 und 1857 in sechs Bänden veröffentlichte.

Schriften von Franz Bopp

Ausführliches Lehrgebäude der Sanskrita-Sprache
Berlin, 1827

Franz Bopps Sanskrit-Lehrbuch ist eine umfassende Darstellung und kritische Würdigung dieser Sprache, sodass dieses Werk sowohl als eine Einführung in Sprache und Schrift als auch in die Grammatik gelten kann. Es bildete den Auftakt zu einer Reihe von weiteren Veröffentlichungen zu Grammatik und Vokabular des Sanskrit wie die „Grammatica critica linguae sanscritae“, die „Kritische Grammatik der Sanskritsprache in kürzerer Fassung“ oder das „Glossarium sanscritum“.

Weiterführende Literatur

  • LEFMANN, Salomon: Franz Bopp, sein Leben und seine Wissenschaft, Berlin 1891 [Details]
  • STACHE-ROSEN, Valetina: German Indologists: Biographies of Scholars in Indian Studies Writing in German, New Delhi 1981. [Details]
  • STERNEMANN, Reinhard (Hrsg.): Bopp-Symposium 1992 der Humboldt-Universität zu Berlin, Heidelberg 1994. [Details]