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Friedrich Max Müller

Max Müller Der am 6. Dezember 1823 in Dessau geborene Friedrich Max Müller gehört zu den bekanntesten Indologen des 19. Jahrhunderts. Wie keinem anderen gelang es ihm in seinen Vorträgen und Veröffentlichungen, auch ein nicht-wissenschaftliches Publikum anzusprechen und für die alte indische Kultur, insbesondere die Veden, zu begeistern.

Seit 1841 studierte er in Leipzig Philosophie und Klassische Philologie. Bereits 1843 wurde er mit einer Arbeit zur Ethik von Spinoza promoviert. Anschließend ging er nach Berlin und vertiefte bei Friedrich Schelling und Franz Bopp seine Sanskrit-Studien. Nach einem Studienaufenthalt bei Eugene Burnouf in Paris war er ab 1846 in England tätig. Dort veröffentlichte er mit Unterstützung der East India Company zwischen 1849 und 1874 den Rigveda mit den Kommentaren von Sayana.

Ab 1850 war er Professor für Vergleichende Sprachwissenschaft in Oxford, gab diese Position jedoch 1875 auf, um sich ganz seiner publizistischen Tätigkeit zu widmen. So war Friedrich Max Müller maßgeblich für die Herausgabe der 50 Bände umfassende Serie „Sacred Books of the East” verantwortlich. In seinen Werken wie zum Beispiel „A History of Ancient Sanskrit Literature” (1859) oder „The Six Systems of Indian Philosphy” (1899) stellt er Zusammenhänge zwischen den indo-germanischen Sprachen und Religionen her und betonte die Bedeutung der ältesten Dokumente dieser Religionen und Kulturen für deren weitere Entwicklung.

Friedrich Max Müller starb am 28. Oktober 1900 in Oxford. Wegen seiner großen Verdienste um die Vermittlung der indischen Kultur in Europa und seiner Pionierarbeit auf dem Gebiet der vergleichenden Sprach- und Religionswissenschaft tragen die Goethe-Institute in Indien noch heute seinen Namen.

Schriften von Friedrich Max Müller

Indien in seiner weltgeschichtlichen Bedeutung:
Vorlesungen gehalten an der Universität Cambridge

Leipzig, 1884

In dieser Veröffentlichung sind eine Reihe von Vorlesungen von Müller zusammengefasst, die dieser zu verschiedenen Anlässen gehalten hat. Darunter befindet sich auch eine deutsche Kurzfassung seiner Vorlesungsreihe „India – What can it teach us?”, die er vor Kandidaten des Indian Civil Service hielt. Die anderen Beiträge befassen sich mit dem Wahrheitssinn der Hindus, der Sanskrit-Literatur und den Veden.

Weiterführende Literatur

  • MICHAELS, Axel (Hrsg.): Klassiker der Religionswissenschaft: Von Friedrich Schleiermacher bis Mircea Eliade. München 2004. [Details]
  • STACHE-ROSEN, Valentina: German Indologists: Biographies of Scholars in Indian Studies Writing in German, New Delhi 1981. [Details]