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Rudolf von Roth

Rudolf von Roth Rudolf Roth, ab 1873 von Roth, wurde am 3. April 1821 in Stuttgart geboren und gehört zu den wichtigsten Indologen des 19. Jahrhunderts. Er kann sicherlich als Ausnahmewissenschaftler gelten, beendete er doch sein Studium der evangelischen Theologie 1842 mit 21 Jahren. Bereits ein Jahr später folgte die Promotion mit einer in Latein verfassten Arbeit zur semitischen Philologie. Nach Aufenthalten in Paris und London habilitierte er sich 1845 im Alter von 24 Jahren an der Universität Tübingen mit der Arbeit „Zur Litteratur und Geschichte des Weda“. 1856 wurde das 1848 für ihn eingerichtete Extraordinariat an der Universität Tübingen zu einem vollwertigen Lehrstuhl aufgewertet. Bis zu seinem Tod 1895 prägte er nicht nur die Fächer Indologie und Religionswissenschaft in Tübingen, sondern auch die Entwicklung der Universitätsbibliothek, deren Direktor er ebenfalls ab 1856 war.

Die von Roth praktizierte Verbindung von Indologie und Religionswissenschaft wurde zu einem Merkmal der Tübinger Indologie, der man sich auch heute noch verpflichtet fühlt. Schwerpunkt seiner Arbeit bildete die Vedaforschung. Seine Habilitationsschrift wurde zu einem zentralen Werk der modernen Vedaforschung. Zudem arbeitete er eng mit Otto von Böhtlingk am Petersburger Wörterbuch zusammen. Große, jahrzehntelange Aufmerksamkeit widmete er dem Atharvaveda. Gemeinsam mit William D. Whitney besorgte er die Textausgabe auf Grundlage eines Manuskripts aus Kaschmir und kümmerte sich auch um die Übersetzung des Textes.

Schriften von Rudolf von Roth

Zur Litteratur und zur Geschichte des Weda: Drei Abhandlungen
Stuttgart, 1846

In seiner Habilitationsschrift beschäftigte sich Roth in drei Abhandlungen mit der vedischen Literatur. Grundlage seiner Arbeit waren Manuskripte, die er in Paris, Oxford und London analysierte. Obwohl diese Veröffentlichung nur 148 Seiten umfasste, stellte sie doch einen großen Erkenntnisgewinn für die Vedaforschung dar, da Roth darin umfassenden über die vier Veden sowie ihre jeweiligen Charaktere und Besonderheiten berichtete. Weiterhin wendete er sich der Entstehungsgeschichte und dem historischen Kontext dieser Texte zu und lieferte einen ausführlichen Bericht über die älteste Lautlehre und Rezitationstechnik vedischer Texte.

Weiterführende Literatur

  • STACHE-ROSEN, Valentina: German Indologists: Biographies of Scholars in Indian Studies with Writings in German, New Delhi 1981. [Details]
  • STIETENCRON, Heinrich von: „Attraktion und Ausstrahlung: Das Wirken Rudolf von Roths“ in: Brückner, Heidrun u.a. (Hrsg.): Indienforschung im Wandel der Zeit: Analysen und Dokumente zur Indologie und Religionswissenschaft in Tübingen, Tübingen 2003, S. 76-90. [Details]
  • ZELLER, Gabriele: „Rudolf von Roth als Schüler, Lehrer und Gelehrter im Spiegel von Briefdokumenten“ in: Brückner, Heidrun u.a. (Hrsg.): Indienforschung im Wandel der Zeit: Analysen und Dokumente zur Indologie und Religionswissenschaft in Tübingen, Tübingen 2003, S. 91-118. [Details]