Über das Projekt Savifa
Durch die Nutzung neuer Kommunikationsmöglichkeiten sowie dem verstärkten Aufkommen digitaler Medien hat sich auch die Arbeit von Wissenschaftlern und Studierenden stark verändert. Dies wirkt sich auch auf das Bibliotheks- und Informationswesen aus. Eine mögliche Antwort der modernen Bibliothek auf diese Veränderung ist der Aufbau Virtueller Fachbibliotheken. Daher hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 1998 in einem Memorandum festgelegt, den Aufbau Virtueller Fachbibliotheken verstärkt zu fördern, um damit den veränderten Strukturen wissenschaftlichen Arbeitens Rechnung zu tragen. Seit dieser Zeit sind ca. 30 Virtuelle Fachbibliotheken in fast allen Wissenschaftsdisziplinen entstanden.
Das Projekt der Virtuellen Fachbibliothek Südasien (Savifa) startete im Januar 2005 im Zusammenhang mit der Übernahme des Sondersammelgebiets Südasien (SSG 6,24), welches zuvor von der UB Tübingen betreut wurde, durch die Bibliothek des Südasien-Instituts (SAI) in Kooperation mit der UB Heidelberg. Die erste Projektphase ist auf 2 Jahre angelegt und endet im Dezember 2006. Während dieser Zeit ist die Einrichtung zentraler Servicemodule sowie die Integration von Savifa in das interdisziplinäre Fachinformationssystem VASCODA, das die verschiedenen virtuellen Fachbibliotheken unter einer gemeinsamen Oberfläche vereint, vorgesehen. Der Großteil dieser Dienstleistungen steht seit dem Onlinegang von Savifa im Mai 2006 für Wissenschaftler und Studierende zur Verfügung.
Die Virtuelle Fachbibliothek Südasien zielt auf eine Verbesserung des elektronischen Nachweises konventioneller, aber auch digitaler Medien. Mit Hilfe einer Metasuchmaschine können Rechercheanfragen gleichzeitig an verschiedene (über-)regionale Bibliothekskataloge und Datenbanken gestellt werden. Elektronische Informationsressourcen werden über eine eigene Datenbank, den SavifaGuide, erfasst. Weiterhin bildet der Nachweis von Zeitschrifteninhalten in der Aufsatzdatenbank OLC-SSG Südasien einen weiteren Schwerpunkt bei Savifa. Beide Datenbanken sind ebenfalls in die Metasuche eingebunden. Die Unterstützung der wissenschaftlichen Kommunikation ist ein weiteres Anliegen der Virtuellen Fachbibliothek Südasien. Dazu wird eine Forscher- und Projektdatenbank aufgelegt sowie ein regelmäßig erscheinender Newsletter herausgegeben. Die Module von Savifa werden zusätzlich um personalisierte Dienstleistungen erweitert. Dies beinhaltet die Möglichkeiten, zum einen den Newsletter und die Neuerwerbungslisten des SSG Südasien zu abonnieren, zum anderen sich bei der Metasuche einen auf die persönlichen Anforderungen ausgerichteten Profildienst anzulegen.
Durch die Einbindung in VASCODA leistet Savifa einen wichtigen Beitrag zur fächerübergreifenden Zusammenarbeit in der deutschen Wissenschaftslandschaft. Eine solche Interdisziplinarität ist bereits im Konzept der Virtuellen Fachbibliothek Südasien selbst angelegt, umfassen doch die Südasienwissenschaften einen breiten Fächerkanon, der von der Politikwissenschaft über die Ethnologie und Geschichte bis hin zur Indologie reicht.

